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News

DPV- Pfadfindertag 2016

Tanzen kann man in jeder Sprache

 

Ein paar Tänze, Musik, Fotos und ein großes Buffet können Menschen, die sonst nur selten ein Wort miteinander wechseln, zusammenbringen. In diesem Fall sind das zwei Pfadfinderstämme, zwanzig Eltern, vierzig Geflüchtete und daraus ergibt sich ein entspannter Nachmittag im Juni.

von helene

 

Es ist zehn Uhr morgens, ich trete eifrig in die Pedale. Auf der Südwiese angekommen stelle ich mein Fahrrad ab und laufe auf die wie ich ebenfalls Pfadfinderkluft tragende Gruppe zu, die gerade eine Jurte aufbaut. Wir müssen uns beeilen: in einer halben Stunde schon sollen hier neben weiteren Pfadfindern Eltern und Geflüchtete aus der Stadt eintrudeln und unserer Einladung folgen.

Anlässlich des DPV-Pfadfindertages zum Thema Geflüchtete wollen wir, die Pfadfinderstämme Sperber und Wildkatzen (DPBM) aus Brühl, eine Idee die wir schon eine Weile mit uns herum tragen in die Tat umsetzten: ein Begegnungstreffen mit Geflüchteten aus der Umgebung, Eltern, Pfadfindern, Freunden. Biertische bieten Platz für ein einladendes Buffet. Wasser, Säfte und Bier stehen schon bereit und noch spielt zum Glück das Wetter mit.

 

Bald schon füllt sich die Wiese: lachend und grüßend, aber doch noch etwas schüchtern laufen viele junge Männer, einige Frauen und kleine Kinder auf uns zu. Kurz darauf hat sich die Stimmung gelockert, alle bedienen sich am Buffet und ich stehe, mit Mahmoud, den man wie „mach Mut“ spricht, quatschend herum. Er hat mich auf einem der Fahrten-Fotos erkannt und daraufhin angesprochen. Mit einem großen Rucksack auf dem Rücken sieht man mich und ein paar andere dort auf den Straßen Schottlands wandern. Ich erzähle ihm von unseren Reisen und vom wandern, er von seinem Leben in Syrien und seiner großen (wenn auch unfreiwilligen) Reise hierher. Ich weiß nicht so recht was ich sagen soll, es ist unglaublich welchen Weg er hinter sich hat, und was er gesehen und erlebt hat. Er ist glücklich hier zu sein, sagt er, trotz des Heimwehs, und der vielen Einschränkungen die ihm sein Aufenthaltsstatus auferlegt.

 

Ich hätte gerne noch länger geredet, doch bevor ich wieder antworten kann, drückt mir jemand eine Gitarre in die Hand und zieht Mahmoud und mich weg: jetzt wird getanzt!

Wir Pfadfinder machen vor wie der Tanz geht und schon nehmen sich Eltern, Kinder und Geflüchtete an die Hand und Tanzen und singen mit. Es ist schön wie alle grinsen und sich gedankenlos und gelassen der Schrittfolge und dem Takt der Musik hingeben. Als die Tänze vorbei sind klatschen und johlen alle, und wenig später stehen manche, die sich vorher nur schüchtern aus der ferne betrachtet haben, quatschend beieinander. Schon beeindruckend, was so ein paar kleine Tänze für die Stimmung ausmachen.

 

Als bis auf uns Pfadfinder alle den Platz verlassen haben bauen wir, müde, angestrengt aber glücklich über den schönen Nachmittag, die Zelte ab und machen uns auf den Heimweg.

Ich lasse den Tag nochmal révue passieren. Mir ist einiges klar geworden: mit ganz einfachen Mitteln konnten wir heute viel bewirken, neue Leute kennenlernen, Menschen zusammenbringen und zum tanzen bringen und uns allen einen außergewöhnlichen Tag bescheren!

Das machen wir nochmal!

 

Linkliste/Infobox:

Der DPV-Pfadfindertag am 4. Juni 2016 stand unter dem Motto

„Welcome to Germany, welcome to scouting!“

Bereits 1994, als aufgrund des Balkankrieges Leidtragende zu uns flohen und die Wellen des Fremdenhasses und Rassismus in Deutschland hochkochten, setzte der DPV mit seiner Aktion „Fremde finden Freunde“ dagegen. Aufeinander zugehen statt abschotten, Brücken bauen statt einreißen ist das Motto.

Mehr Informationen findet ihr unter:

http://www.pfadfindertag-2016.de/

 

 

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