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Wer mit dem Namen Lawinchen nichts anzufangen weiß:
In Wirklichkeit heißt sie Vera von der Heyde und ist seit der Gründung des Stammes Wildkatzen dabei, hat also von damals bis heute alles mitgekriegt. Heute hat sie selbst zwei Töchter, die nun auch Mitglieder in unserem Stamm sind.

Die vier folgenden Fragen sollen einen kurzen Einblick in unseren Stamm ermöglichen.

1) Wie kam es damals zu der Trennung des Mädchentrupps Wildkatzen von dem restlichen Stamm Condor? Wie waren die ersten Jahre des neu gegründeten Stammes Wildkatzen?

Im Sommerlager 1975 gab es zwischen unserem Mädchentrupp und dem ehemaligen Stammesführer der Condoren, Tom Novak, mehrere Konflikte, die ungelöst blieben. Zum einen bestand ein Generationskonflikt, da, im Gegensatz zu heute, der Stamm ausschließlich von Erwachsenen geführt wurde. Und dann hatten zu der Zeit die Jungen und Männer im Stamm noch gewisse Vorstellungen wie wir uns in der Rolle als Mädchen zu verhalten hatten, mit welchen wir aber nicht klar kamen. m 1. Januar 1976 entschloss sich die Führerschaft dann letztendlich für die Gründung des Stammes Wildkatzen. Von dem Punkt an waren nur noch junge Führer an dem Aufbau unseres Stammes beteiligt. Die erste Stammesführerin war damals 17 Jahre alt und brauchte für die ganze Sache sogar noch die Einverständniserklärung ihrer Eltern.
Ich war zu dem Zeitpunkt 15 Jahre alt und mit der Meute beschäftigt. Da wir immer genügend motivierte Führer und Mitglieder hatten gab es in den ersten Jahren keine ernsthaften Probleme.


2) Wie hat sich in deinen Augen der Stamm über die Jahre hinweg entwickelt oder verändert?

Natürlich gab es eine Menge verschiedener Phasen, die der Stamm durchlebt hat. So gab es z.B. eine, finde ich, sehr gesunde, von der Emanzipationsbewegung beeinflusste Phase, in der sich unsere Mitglieder sehr mit ihrer Rolle als Mädchen und Frau auseinandergesetzt haben. Aber im Grunde sind einige Sachen immer gleich geblieben: Wir sind immer noch der größte, unabhängige Mädchenstamm im Bund und alle Führer, die ich kenne, sind stets verantwortungsbewusste und nette Menschen, die ihren Spaß an der Sache haben.
Außerdem gab es nie extreme bündische oder scoutistische Phasen, so dass im Stamm immer ein gemütliches Mittelmaß gegeben war.


3) Wie ist es jetzt für dich, das Ganze aus den Augen einer Mutter zu betrachten?

Ab und an ist es schon etwas seltsam, aber ich stehe ja schließlich auch nicht ganz alleine da. Fips und Ute haben ja auch Töchter im Stamm. Aber auch wenn ich nicht alle Führer so gut kenne, die mit den Kindern auf Fahrt gehen, habe ich immer noch das gleiche gute Gefühl, dass schon nichts schief gehen wird.
Trotzdem mache ich mir manchmal ein paar Sorgen um die Kinder. Letztens habe ich mich dabei ertappt, Mufflon nach der Adresse des Lagerplatzes zu fragen, obwohl mich das früher nicht im geringsten interessiert hätte.
Da beim letzten Pfingstlager so schlechtes Wetter war fuhr ich mit dem Auto vorbei und brachte der Meute trockene Kleider zum anziehen. Damit habe ich wohl auch die Sorgen der anderen Eltern etwas erleichtert.
Aber so etwas macht man halt nur, wenn man Mutter ist.


4) Und zum Schluss: Was wünschst du uns für die weitere Zukunft?

Ich wünsche euch immer genügend Mitglieder, sowie motivierte Sippen- und Meutenführer. Außerdem wünsche ich euch, dass ich immer die nächste Generation Stammesführer im Kopf haben könnt.
Und natürlich, dass ihr immer ein Heim habt. Die Villa Kaufmann ist schließlich etwas wirklich ganz Besonderes und hat uns stets als fester Stützpunkt gedient.



Nochmal vielen Dank an Lawinchen für das Interview und
Gut Pfad, Cinderella

(entnommen aus: Jubiläumsheft 25 Jahre Wildkatzen)